Psycho-Hygiene - Gemütsgesundheit für zu Hause

Sie haben einen langen, anstrengenden Arbeitstag hinter sich. Lange, weil Projekte nunmal ihre Zeit brauchen und anstrengend, weil Sie wieder mit diesem einen Kollegen zusammengearbeitet haben, den Sie einfach nicht ausstehen können. Ja, Sie haben es versucht: Ein bisschen Smalltalk getrieben, gefragt wie das Wochenende war, etc., aber dennoch kommt der Kollege Ihnen menschlich nicht entgegen, hat Ecken und Kanten, bringt Sie dazu, sich schlecht zu fühlen. Irgendwie liegt Ihnen das auf der Seele mit diesem einen Kollegen.

In ihrem Privatleben wäre es völlig normal, den Kontakt mit Menschen zu meiden, die Ihnen nicht gut tun. Im Berufsleben können Sie sich dagegen nicht jedes Mal einen neuen Job suchen, wenn Ihnen jemand auf den Zeiger geht. Zudem wird Leistungsbereitschaft, Motivation und Teamfähigkeit von Ihnen erwartet. Ausrasten, Schmollen und Arbeitsverweigerung weniger.

Eine Lösung, den Arbeitstag weniger belastend zu gestalten obwohl genau dieser eine Kollege ja morgen wieder neben Ihnen sitzt ist die schlechteste: Runterschlucken, Faust in der Tasche, verdrängen. Denn so gehen Sie sicher, dass sich langfristig die gefühlte Unfähigkeit, etwas zu ändern und der belastende Gedanke „Morgen nicht schon wieder DER!“ in Ihr Bett, Ihre Beziehung, Ihre sozialen Kontakte und letztlich in Ihre Seele eingräbt. Es kann sogar soweit kommen, dass Sie wütend auf sich selbst werden, weil Sie die Zusammenarbeit einfach nicht souverän hinbekommen.   

Stattdessen kommt hier ein Tipp, der Ihnen erst einmal komisch erscheinen wird. In einem für Sie geschützten Raum erlauben Sie sich, auszurasten. Regen Sie sich richtig auf. Dreschen Sie beim Sport auf einen Sandsack ein, brechen Sie Ihren Rekord beim Spinning, erzählen Sie Ihren Freunden und Partnern von diesem komischen Kauz, mit dem Sie einfach keinen gemeinsamen Nenner finden, lästern Sie bei Freunden in vollen Zügen und nach allen Regeln der Kunst, schreien Sie Bäume beim Waldspaziergang oder das Lenkrad auf der Heimfahrt an. So gewährleisten Sie, den Kollegen so sein zu lassen, wie er nunmal ist und sich trotzdem in stellvertretenden Situationen Luft zu machen. Psychohygiene

Auspowern und lästern dürfen können erste Schritte sein, innerliche Kämpfe von Wollen-und-nicht-Dürfen nach außen zu bringen. Und erste Schritte, Ihr Gemüt langfristig gesund und belastbar zu halten.

gesundes Gemüt 2